
Hauterkrankungen
Die Haut als unser größtes Organ hat viele wichtige Aufgaben zu erfüllen. Sie beinhaltet den Tastsinn, das Schmerz-, Wärme- und Kälteempfinden. Außerdem bietet die Haut dem Körper Schutz vor schädigenden Umwelteinflüssen, extremen Temperaturen bei Hitze oder Kälte und hilft, eingelagerte Schadstoffe auszuleiten. Ist die Haut erkrankt, kann sie ihren Aufgaben nicht mehr optimal gerecht werden. Ihre Funktionen sind gestört, was sich auf den gesamten Körper auswirken kann. Zudem beeinträchtigen Hauterkrankungen wie Akne, Rosacea, Neurodermitis oder Schuppenflechte auch die Lebensqualität der betroffenen Patienten.
Akne
Akne ist eine der häufigsten Hauterkrankungen. Ihre häufigste Form ist Acne vulgaris (gewöhnliche Akne), von der viele Jugendliche betroffen sind. Es gibt verschiedene Faktoren, die bei der Entstehung eine Rolle spielen und durch die eine bakterielle Besiedelung des Talgdrüsenfollikels begünstigt wird. Die Bakterien zersetzen Talg in freie Fettsäuren, wodurch sich Talgdrüse und Haut entzünden.
Zu den Faktoren, die eine Akne-Erkrankung begünstigt, zählen eine genetische Veranlagung und hormonelle Einflüsse (Pubertät, Pille, Schwangerschaft) ebenso wie eine vermehrte Talgproduktion (Seborrhö) oder eine follikuläre Verhornungsstörung an den Ausgängen der Haarkanäle. Zudem können sich auch Stress und Umwelteinflüsse auf Akne auswirken.
Erscheinungsformen der Akne
Akne hat verschiedene Erscheinungsformen. Dominieren Mitesser spricht man von Acne comedonica. Treten Papeln und Pusteln auf liegt eine Acne papulopustulosa vor. Kommen Akne-Knoten unter der Haut hinzu spricht man von Acne conglobata. Je nach Schweregrad wird in leichte, mittlere und schwere Akne unterteilt. Betroffen sind meist die T-Zone des Gesichts und die Wangen, manchmal auch Dekolleté und Rücken.
Bei vielen, aber besonders den schweren Verlaufsformen kann die Akne nicht nur zu einer starken Belastung für den Körper werden, sondern auch für die Seele. Papeln, Pusteln und Knoten, vor allem im Gesicht, können als sehr störend empfunden werden und das persönliche Selbstwertgefühl herabsetzen und die Lebensqualität einschränken.
Rosacea
Rosacea, auch als Gesichtsrose bezeichnet, ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung. Meist sind Stirn, Nase, Kinn und Wangen betroffen. Anzeichen für Rosacea sind – je nach Form der Erkrankung (beispielsweise Couperose) – Entzündungserscheinungen der Haut wie sichtbare Äderchen, anhaltende Rötungen, Knötchen, Pusteln und Schwellungen im Gesicht.

Ursachen von Rosacea
Die Entzündung führt zu einer übermäßigen Erweiterung der feinen Äderchen und damit zu den Rötungen im Gesicht, ebenso – je nach Form der Erkrankung – zu Knötchen und Pusteln. Die Abwehrzellen der betroffenen Hautareale schütten Botenstoffe aus, die dazu führen, dass sich die Gefäße weiten. Als Folge der Entzündung teilen sich die Zellen von Bindegewebe und Talgdrüsen übermäßig häufig. Die Haut kann zudem verdicken und grobporig wirken.
Die genaue Ursache ist noch ungeklärt. Man geht davon aus, dass verschiedene Faktoren verantwortlich sind: unter anderem eine Immunreaktion gegen die Haarbalgmilbe (Demodex folliculorum), die die Haut von Rosacea-Patienten dicht besiedelt. Rosacea wird zudem begünstigt durch Stress, Alkohol, scharfe Speisen, Kälte, Wind, Hitze und UV-Licht. Die Haut ist außerdem sehr empfindlich. Sie reagiert auf Hautpflegepräparate, Kosmetik und Medikamente oft sensibel.
Neurodermitis
Neurodermitis, auch als atopisches Ekzem bezeichnet, ist eine chronische Erkrankung. Neurodermitis-Patienten leiden unter roten Ekzemen auf der Haut in Verbindung mit einem starken, oft unerträglichen Juckreiz. Zudem schuppt die Haut, ist meist sehr trocken und spannt dadurch.
Erwachsene und Kinder können gleichermaßen von Neurodermitis betroffen sein. Die Hauterkrankung ist gekennzeichnet durch einen meist stark juckenden Hautauschlag, der oft schon im Kindesalter beginnt und bei Erwachsenen besonders an den Beugeseiten der Arme und Beine, an Nacken und Händen auftritt.
Ursachen von Neurodermitis
Man geht davon aus, dass Neurodermitis eine vererbte Krankheit ist, die in Schüben auftritt. Diese können durch Faktoren wie Nahrungsmittelallergene, Pollen, Tierhaare, Hausstaubmilben, Duft- oder Konservierungsstoffen in Kosmetika, Klimafaktoren wie extreme Kälte, Trockenheit oder Schwüle, Umweltgifte wie Ozon, Dieselabgase oder Tabakrauch, psychische Belastung oder Stress ausgelöst werden.
Ursächlich sind verschiedene Faktoren: zum einen die gestörte Barrierefunktion der Haut, zum andere die Neigung des Immunsystems, überschießend auf harmlose Umweltreize zu reagieren. Ein Mangel an bestimmten Eiweißen führt dazu, dass die Haut ihre schützende Hornschicht fehlerhaft aufbaut und daher leicht austrocknet. Die trockene Haut ist anfällig für äußere Einflüsse und reagiert.
Schuppenflechte
Die Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung. Häufigste Form ist die Psoriasis vulgaris (gewöhnliche Schuppenflechte). Die Symptome sind Folge eines gutartigen, rasanten, unkontrollierten Wachstums der Oberhaut. Dabei erneuern sich Zellen der obersten Hautschicht siebenmal schneller als bei gesunden Menschen – sprich: in drei bis vier Tagen anstatt 28 Tagen.
Die Folge: Glänzende, silbrig-weiße Schuppen bilden sich auf begrenzten, stark durchbluteten und entzündlich geröteten Hautarealen. Betroffen sind vor allem Arme (zum Beispiel Ellbogen), Bein (zum Beispiel Schienbein) und Kopfhaut, aber auch Gesäß, Brust, Rücken und andere Hautareale. Besonders belastend ist es für die Betroffenen wegen der Sichtbarkeit an Gesicht, Haaransatz und Händen.
Ursachen von Schuppenflechte
Die meisten Betroffenen erkranken vor dem 40. Lebensjahr erstmals an Schuppenflechte (Typ1-Psoriasis). Seltener ist der Spättyp (Typ2-Psoriasis). Die Krankheit verläuft chronisch oder in wiederkehrenden Schüben. Dabei wechseln kürzere oder längere akute Phasen mit Perioden ohne oder mit wenigen Symptomen. Der Schweregrad und die Ausdehnung sind individuell und sehr unterschiedlich.
Als Ursache gilt eine vererbte genetische Veranlagung. Die auslösenden Faktoren können unterschiedlich sein. Dazu zählen unter anderem Infektionen, Verletzungen, Sonnenbrand, heftiges Kratzen, Stoffwechselstörungen, Hormonschwankungen (Schwangerschaft), Medikamente wie Betablocker oder ACE-Hemmer, Allergene und seelischer Stress.
Pigmentstörungen

Sie sind meist nicht gefährlich, aber optisch belastend: Pigmentstörungen. Dazu zählen beispielsweise Leberflecken, meist gutartige Veränderungen der Haut, oder Altersflecken. Störend sind sie vor allem, wenn sie an gut sichtbaren Körperstellen wie dem Gesicht oder Händen auftreten. Pigmentstörungen sind örtliche oder großflächige Farbveränderungen der Haut. Sie ist beispielsweise stärker (Hyperpigmentierung) oder schwächer (Hypopigmentierung) gefärbt als normal.
Ursachen von Pigmentstörungen
Der farbgebende Stoff Melanin ist in den pigmentbildenden Zellen verantwortlich für die Färbung von Haut und Haaren. Die Farbe ist genetisch bedingt und wird primär durch die Menge des vorhandenen Melanins bestimmt. Die Anzahl der Pigmentzellen ist bei Menschen unterschiedlichen Hauttyps gleich, doch deren Fähigkeit, in Ruhe oder nach Stimulation durch UV-Strahlung Melanin zu produzieren, ist bei jedem Menschen individuell.
Die Ursachen hängen von der Form der Pigmentstörung ab. Auslöser können unter anderem genetische Faktoren (etwa bei Sommersprossen), Entzündungsreaktionen im Gewebe, thermische oder mechanische Reize, Stoffwechselstörungen (etwa bei Leber- oder Niereninsuffizienz), Kosmetika, Medikamente (wie Antibiotika oder Antiepileptika) und hormonelle Veränderungen (bei Pillenwechsel oder Schwangerschaft).
Pigmentstörungen behandeln
Leberflecken, auch Muttermale genannt, sind Fehlbildungen der Pigmentzellen und meist gutartig. Sie können jedoch entarten und sich stark vergrößern. In diesen Fällen sollten Sie diese in unserer Hautarztpraxis genau untersuchen lassen. Lebeflecken können chirurgisch oder mit einer Laserbehandlung entfernt werden. Altersflecken entstehen in der Regel durch äußere Einflüsse (etwa durch UV-Strahlung). Um sie zu entfernen, bietet sich auch die Lasertherapie an. Dabei werden die betroffenen Hautstellen mit einem hochenergetischen Lichtimpuls behandelt.
